Birnengitterrost – wenn der Birnenbaum krank wird

Orangerote Flecken – der Alptraum eines jeden Birnenbaumbesitzers. Auf kaum eine Pflanzenkrankheit hat man als Gärtner so wenig Einfluss wie auf den Birnengitterrost. Und das schlimmste ist, dass meist die Nachbarn schuld sind.

Rote Flecken – Erste Anzeichen für Birnengitterrost!

Besonders bei jungen Birnenbäumen kann der Befall mit dem Pilz (Gymnosporangium fuscum syn. Gymnosporangium sabinae) Birnenbaumrost verursachen und große Schäden an eurem Obstbaumbestand anrichten.

Wichtig ist es deshalb, dass ihr die ersten Anzeichen für einen Befall erkennt. Auffällig leuchtende orange bzw. rote Punkte auf der Blattoberseite sind typisch für den Birnengitterrost.

Im weiteren Verlauf des Befalls mit Birnengitterrost bilden sich auf der Blattunterseite warzenähnliche Veränderungen aus – den Sporenlagern.

Rote blasige Austreibungen werden dagegen eher durch Birnenpockenmilben verursacht.

Wie kommt es zum Befall mit Birnengitterrost?

Der Pilz, der Birnengitterrost verursacht, findet sich häufig auf Wacholdergewächsen und überwintert auch auf diesen.

Zierwacholderarten sind sehr pflegeleicht, preisgünstig und werden deshalb oft für die Bepflanzung von Gärten und öffentlichen Grünanlagen benutzt.

Im Frühjahr verschleppt der Wind die Sporen des Pilzes bis zu 500 Meter weit und können so auch euren Garten erreichen. Treffen die Pilzsporen auf einen Birnenbaum, entwickelt sich der Birnengitterrost.

Schon während der Blütezeit bilden sich die zunächst kleinen orangeroten Flecken aus und weiten sich immer weiter aus, so dass die roten Flecken bis zum Spätsommer im grünen Blattkleid überwiegen.

Wie kann man Birnengitterrost vermeiden?

Schon bei der Auswahl der Birnensorten könnt ihr das Risiko für den Befall mit Birnengitterrost minimieren, da es unterschiedliche Anfälligkeiten unter den Sorten gibt.
Gering anfällig sind „Bunte Juli“, „Condo“, „Gellert“, aber auch „Clapps“, „Trevoux“, „Doppelte Phillips“, „Gräfin von Paris“ und „Gute Luise“.
Als anfällig für Birnengitterrost gelten unter anderem „Alexander Lukas“, „Vereinsdechants“, „Gute Graue“, „Mollebusch“ und „Williams Christ“.

Wisst ihr von Wacholdergewächse in unmittelbare Nähe eures Baumbestands, schaut sie euch genau an, ob sie befallen sind. Einen Befall des Wacholders erkennt ihr an keuligen Verdickungen mit orangefarbenen Auswüchsen. Hier hilft dann nur noch großzügiges Zurückschneiden oder Entfernen der befallenen Pflanze.

Kontrolliert eure Birnbäume regelmäßig auf Befall mit Birnengitterost, denn im frühen Stadium könnt ihr die befallenen Blätter noch abpflücken und so ein Fortschreiten der Krankheit verhindern. Unterstützen könnt ihr eure Bäume mit Stärkungsmittel, das ihr ab Frühjahr spritzen könnt.

Kommentare (6) Schreibe einen Kommentar

    • Hallo Victor,
      wir haben unseren Birnenbaum nun endgültig ins Jenseits befördert.
      Sechs Jahre lang hat er vor sich hingekümmert, das arme Ding. Früchte trug er nie und größer wurde er auch kaum.
      Seine Lücke werden ein Apfel- und vielleicht noch ein Kirschbaum schließen.
      Dennoch bin ich am überlegen, ob ich es doch nochmal mit einer anderen Sorte probiere.
      Hast du einen?
      Herzliche Grüße
      Manuela

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      • Leider nicht. Das ist ein Bereich, in dem ich bislang nichts gemacht habe.
        Kennst du dich hier aus? Kann man einfach einen Obstbaum (z.B. Apfel) kaufen und dann schon nach 2 Jahren die ersten Äpfel ernten?

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        • Hallo Viktor,
          wenn du nicht gleich groß in die Apfelproduktion einsteigen willst…
          Wir haben unsere Bäume schon recht groß gekauft, haben uns aber bewusst für kleinwüchsigere entschieden, die kaum höher als 2,5 Meter werden.
          Diese hatten zum Teil schon beim Kauf die ersten Äpfel dran. In den ersten Jahren ist der Ertrag allerdings sehr gering.
          Wichtig ist auch mindestens ein zweiter Apfelbaum in der Nähe. Zwar werden viele Bäume als „selbstbefruchtend“ angeboten, man hat aber deutlich mehr Äpfel dran, wenn man mehrere hat.
          Wenn die Gärten der Nachbarn voll mit Äpfelbäumen sind, reicht das natürlich auch. Oder man pflanzt noch einen kleinen daneben.

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  1. Hallo,

    immer wieder wird das Gerücht verbreitet, dass der Birnengitterrost vom Wacholder übertragen wird.

    Birnengitterrost hat seinem Namen von der Birne. Das manche Wacholder auch davon befallen werden und so für eine Verbreitung sorgen können ist leider so.
    Es gibt aber auch einige resistente Wacholder. Meist sind es die mit grün-bläulichen Nadeln. Die Zuchtformen mit hellen und gelblichen Nadeln sind meist anfälliger gegenüber Birnengitterrost.

    Wir hatten früher auch einen großen Birnembaum im Garten. Jetzt wohne ich leider in einer Wohnung ohne Garten. Aber wenigstens mit Balkon 😉

    Schönen Gruß
    Bernd

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    • Ich würde es nicht unbedingt Gerücht nennen.
      Wenn du damit aber meinst, dass der Birnenbaum auch den Wacholder ansteckt, hast du natürlich nicht Unrecht. Dieser Rostpilz braucht ja beide als Wirt.
      Bei einem betroffenen Wacholder ist er aber immer da, wenn auch nicht immer sichtbar. Er ist somit Hauptwirt und Hauptschuldiger.
      Den Birnenbaum braucht der Pilz als weiteren Wirt, um sich weiter zu entwickeln. Nachdem dieser aber im Herbst seine Sporen wieder Richtung Wacholder verteilt hat, ist von seiner Seite Ruhe. Er wäre wieder gesund, wenn der Wacholder nicht im darauffolgendem Frühjahr wieder anfangen würde. 😉

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